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Ein Stück Zeitgeschichte zu Gast in Kronach: Ritterkreuzträger Wilhelm Noller erzählte aus seinem Leben

Auf Einladung einer Soldatenkameradschaft kam kürzlich der Stukaflieger und Ritterkreuzträger Wilhelm Noller in den Landkreis Kronach und konnte in vollbesetzter Gastwirtschaft aus seinem Leben erzählen. Seine Leidenschaft galt schon immer der Fliegerei. Er wurde 1919 in Schwäbisch Hall geboren und durfte sich bereits in der Hitlerjugend dem Segelfliegen widmen. Nach dem Absolvieren sämtlicher damals möglicher Flugscheine trat Noller im Oktober 1939 freiwillig in die deutsche Wehrmacht ein und wurde schließlich Kampfpilot im Geschwader Immelmann, welchem auch der legendäre und höchstausgezeichnete deutsche Soldat, der "Tapferste der Tapferen" Oberst Hans-Ulrich Rudel, auch als "Adler der Ostfront" bekannt geworden, angehörte.

Mit über 1.500 Feindflügen und der Vernichtung zahlreicher feindlicher Panzer, Gefechtsstellungen und Brückenköpfe war Noller einer der Mächtigsten am Himmel. Eigene Abschüsse vor und hinter feindlichen Linien sowie ein Kniedurchschuß konnten ihn niemals davon abhalten, seinen Dienst für das Vaterland bis Kriegsende weiterzuführen. Durch einen hoch riskanten und überaus listigen Fluchtversuch gelang es dem Fliegerass die eigene Deportation nach Sibirien durch die Russen zu verhindern.

Noller ging in seiner Ansprache aber nicht nur auf die Kriegszeit ein, sondern schilderte den Zuhörern auch die Not der Deutschen in der Weimarer Republik, den wirtschaftlichen Aufschwung ab 1933 und wie es überhaupt zum Kriege kam und wer in Wahrheit dafür verantwortlich war. Weiterhin berichtete Noller von den beschwerlichen Nachkriegsjahren, dem Wiederaufbau Deutschlands und seinem weiteren Lebensweg bis heute. Nach der offiziellen Ansprache des Stukafliegers schenkte dieser den überaus interessierten Anwesenden auch noch Zeit für Fragen an seine Person, wovon reger Gebrauch gemacht wurde.

Am Schluß erklärte Wilhelm Noller den zumeist jugendlichen Zuhörern, daß ihre Väter und Großväter Soldaten für das Vaterland und keineswegs Verbrecher oder Mörder waren und man den Geschichtsbüchern in der Schule nur wenig Glauben schenken sollte, da es auch noch objektive Literatur außerhalb der Umerziehungspropaganda der Sieger gebe.

 

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