Nationale Aktivisten besuchen Wahlkampfveranstaltung
der Linkspartei in Wunsiedel
Zu einer Zusammenkunft der besonderen Art kam es am vergangenen Freitag,
dem 10. Juli 2009, als "Die Linke" im Raum Wunsiedel eine
Wahlkampfveranstaltung durchführen wollte. Thematisch lehnte
sich die Versammlung an das Bundestagswahlprogramm der Partei mit
dem Titel "Konsequent sozial. Für Demokratie und Frieden."
an. Mehrere nationale Aktivisten - darunter auch der oberfränkische
NPD-Bezirksvorsitzende Udo Sieghart und der nationale Publizist Jürgen
Schwab - statteten der Veranstaltung einen Besuch ab und wollten die
Forderungen der Linkspartei hinsichtlich ihrer Ernsthaftigkeit überprüfen.
Die
Veranstaltung begann mit einem Vortrag des Wahlkreisdirektkandidaten
zur Bundestagswahl, Herrn Bruno Engelhardt. Letzterer umriß
in seiner Rede die Eckpunkte des Wahlprogramms der Linkspartei. Im
Anschluß daran folgte eine Diskussion, in welcher zahlreiche
Übereinstimmungen, aber auch fundamentale Unterschiede zwischen
Nationalisten und Linken deutlich wurden. Trotz dieser inhaltlichen
Differenzen prägte die Debatte aber eine harmonische Gesprächsatmosphäre.
Der Direktkandidat Engelhardt verneinte im Gegensatz zu uns die Notwendigkeit
eines nationalstaatlichen Ordnungsrahmens zur Gewährleistung
von sozialer Sicherheit. Die Globalisierung erachtete er als eine
nicht mehr aufzuhaltende Entwicklung.
Aus seiner Sicht reiche es angesichts der realpolitischen Möglichkeiten
zunächst aus, wenn man innerhalb unseres Landes Umverteilungsmaßnahmen,
beispielsweise durch Erhöhung des Spitzensteuersatzes und Einführung
von gesetzlichen Mindestlöhnen, vornehmen würde. Dem Wunsch
nach gesetzlichen Mindestlöhnen entgegnete ein Vertreter der
nationalen Opposition, daß Niedriglöhne eine unmittelbare
Folge des Wettbewerbsdrucks seien, dem sich deutsche Unternehmen ausgesetzt
sehen. Auf dem Weltmarkt angebotene Güter, die in China oder
Taiwan unter relativ geringem Kostenaufwand produziert werden, konkurrieren
mit in Deutschland hergestellten Waren. Deshalb setze die wirkungsvolle
Umsetzung der Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen auch
die Bejahung einer aktiven Schutzzollpolitik voraus.
Der Linkspartei-Kandidat Bruno Engelhardt vertrat schließlich
auch die Meinung, daß viele EU-Richtlinien, die sich nachteilig
auf die soziale Gerechtigkeit in der BRD auswirken würden, maßgeblich
auf das Handeln Deutschlands zurückzuführen seien. Er nannte
dabei das "deutsche Kapital" als Motor zahlreicher Prozesse,
die von der Europäischen Union eingeleitet werden würden.
Auch diese Aussage konnten wir nicht widerspruchslos im Raume stehen
lassen. So lasse sich das Kapital nicht mehr in nationale Kategorien
einordnen - vielmehr agiere dieses transnational, wobei insbesondere
viele der in Deutschland registrierten Aktiengesellschaften von ausländischen
Anteilseignern dominiert werden. In Bezug auf den weltweiten Handel
mit Wertpapieren kündigte Engelhardt an, daß diesen "Die
Linke" stärker zu regulieren versuchen würde. Darüber
hinaus forderte der Kandidat ein Ende der Privatisierung unseres Volksvermögens.
Auch in diesem Punkt zeigten sich inhaltliche Schnittmengen zur nationaldemokratischen
Programmatik.
Jürgen Schwab hinterfragte im Rahmen dieser Diskussion den hypothetischen
Verlauf einer "sozialistischen Revolution", die auch vielen
Mitgliedern von "Die Linke" noch vorschwebe, ohne auf nationalstaatliche
Handlungsinstrumente zurückgreifen zu wollen. Geradezu paradox
sei dabei vor allem die Vorstellung von manchen linken Kreisen, den
internationalen Raubtierkapitalismus durch eine Abschaffung der Nationalstaaten
überwinden zu können. "Hoch die internationale Solidarität!"
- selbst diese Parole der Arbeiterbewegung, die noch immer von vielen
Linken skandiert wird, setzt begriffsnotwendig das Vorhandensein von
Nationen voraus!
Nicht wenige Linke haben mittlerweile ihren Frieden mit dem deutschen
Nationalstaat geschlossen. Beispielsweise der linke Publizist Jürgen
Elsässer, der eine Volksinitiative gegen das Finanzkapital ausgerufen
und deshalb seinen Arbeitsplatz bei "Neues Deutschland"
verloren hat, ist längst zu der Einsicht gelangt, daß der
Nationalstaat die wirksamste Medizin gegen kapitalistische Ausbeutung
ist.
Vielleicht werden auch Herr Engelhardt und seine Genossen in naher
Zukunft diese Zusammenhänge begreifen. Bis dahin stehen wir für
Diskussionen mit Erkenntnisgewinnmöglichkeiten jederzeit zur
Verfügung!