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11.12.2012

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Qualitätsjournalismus – mutig, objektiv, engagiert – für 53 € GEZ-Gebühr im Quartal!

Was war eigentlich das innenpolitische Top-Thema der vergangenen Woche? Richtig! Die Beschlüsse der Innenminister- und der Ministerpräsidentenkonferenz, die NPD verbieten zu wollen. Kaum ein Tag verging, ohne daß sämtliche deutschen Tageszeitungen damit aufmachten. Aber auch in den Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender war das geplante NPD-Verbot mehrmals die Topmeldung.

Was läge bei so einem „brisanten“ Thema also näher, als daß sich eine der unzähligen Talksendungen damit befassen würde: „Hart aber fair“, Anne Will, Maischberger, Illner, Jauch oder die diversen Formate bei n-tv oder N 24. Doch weit gefehlt – anstatt den Durchbruch in der Schlacht gegen rechts journalistisch abzusichern, durch Rechtsextremismus-Experten zu analysieren und den mutigen Fachpolitikern im Kampf gegen rechts vom Schlage eines SPD-Edathy oder CSU-Herrmann den medialen Triumph zu gönnen, quälen sich die Talkshow-Matadore durch so zeitlose Themen wie „Ist Hartz IV gerecht?“ oder „Sollen homosexuelle Paare steuerlich einer normalen Ehe gleichgestellt werden?“ Es fällt schwer, an einen Zufall zu glauben, sondern es sieht eher nach Gleichschaltung aus, an der ein früherer Propagandaminister seine helle Freude gehabt hätte.

Denn – wie glaubwürdig wären solche Sendungen, wenn nicht nur über die NPD gesprochen worden und keinem NPD-Vertreter die Möglichkeit gegeben wäre, sich zu den Unterstellungen, Vorwürfen und Lügen seitens der Qualitätsjournalisten, Experten und Verbotspolitiker zu äußern? Und da man NPD-Vertretern kein „Podium“ geben will, läßt man es eben gleich ganz bleiben, denn der Zuseher könnte sich ja ein eigenes Bild über die NPD machen. Lediglich der Spartensender PHOENIX brachte ein rund fünfminütiges Interview mit dem NPD-Parteivorsitzenden Apfel als Einspielung, ohne daß auf die Absurditäten der beiden linksradikalen Studiogäste etwas erwidert werden konnte.

So wird auch, seit die NPD in den Landtagen von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sitzt, die Runde der Spitzenkandidaten vor Landtagswahlen eben nicht mehr vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen veranstaltet, sondern von einer regionalen Systemgazette. Die Aufzeichnung dieser Runde, mutmaßlich vom gleichen MDR- oder NDR-Team produziert wie in den Jahren zuvor, wird einen Tag später im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt. Mit diesem Taschenspielertrick können die scheindemokratischen Kartellparteien verhindern, daß sich auch ein NPD-Vertreter seinen Wählern vorstellen kann.

Auch im ARD-„Morgenmagazin“ war in der vergangenen Woche das NPD-Verbotsverfahren jeden Tag ein großes Thema. Hier vermied man es ebenfalls, einen NPD-Vertreter zu Wort kommen zu lassen – einfach erbärmlich und feige.

Dafür durfte man im zwangsgebührenfinanzierten Sender ein besonders bizarres Schauspiel erleben. Man war so „mutig“, eine Vermummte zu interviewen, die angeblich eine Angehörige der russischen Krawallschwestern namens „Pussy Riots“ war und darüber klagte, wie sehr doch in Rußland die Opposition behindert würde (ob unter der Kapuze tatsächlich ein Original steckte oder man sich nur mit einer russischen Putzfrau aus dem Kölner Sendehaus beholfen hat – man weiß es nicht). Den ARD-Moderatoren wird die Widersprüchlichkeit ihres Handeln nicht bewußt sein, im Gegenteil – als Teil des politisch-medialen Systems erfüllen sie ihren Auftrag und werden dafür auch sehr gut bezahlt. Wie leicht sie aber im Ernstfall überfordert sind, zeigt dieses Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=Gsax9KwHqog

Wäre doch etwas riskant, die Herren Apfel, Pastörs oder Richter zu Wort kommen zu lassen…

 

 

Nachtrag: In der n-tv - Sendung "Das Duell" ließ man heute den Pressesprecher von Scientology gegen eine Kritikerin dieser Organisation "antreten". Alles klar...

 

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