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26.10.2009

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Akute Bedrohung der Meinungsfreiheit in der BRD

Folgender Leserbrief wurde von der Frankenpost nicht veröffentlicht.

Zur Trennung des NDR von Eva Herman

Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 unseres Grundgesetzes garantiert jedem Menschen das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Nachdem der NDR die Zusammenarbeit mit seiner Moderatorin Eva Herman aufgrund einer von dieser getätigten mißliebigen Meinungsäußerung beendet hat, stellt sich für mich die Frage, ob es in der BRD tatsächlich noch Meinungsfreiheit gibt. Schließlich handelt es sich beim NDR um eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, deren Anliegen unter anderem der Schutz der Grundrechte des Einzelnen sein sollte.

Auch der permanente Hinweis auf unsere historische Verantwortung ändert nichts an dieser Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Gerade jene Parteien - SPD und Grüne -, welche die Entscheidung des NDR begrüßten, sollten sich die Äußerungen Hermans einmal etwas gründlicher durch den Kopf gehen lassen und dabei ein angemessenes Maß an Selbstreflexion walten lassen. Eva Herman sagte, im Dritten Reich sei vieles schlecht, aber auch einiges sehr gut gewesen und nannte beispielhaft die Wertschätzung der Mutter. Offenkundig macht man Herman zum Vorwurf, daß sie nicht pauschal das gesamte Dritte Reich als schlecht bezeichnet hat, was im Umkehrschluß für die heutige Zeit sicherlich auch eine Trennung von sämtlichen Wertvorstellungen und Innovationen des Nationalsozialismus bedeuten müßte. So könnten doch beispielsweise die Sozialdemokraten demnächst einmal die Abschaffung des Kindergeldes oder zahlreicher Arbeitsschutzgesetze fordern - als Begründung hierfür dürfte die Tatsache genügen, daß diese Dinge in der Zeit des Dritten Reichs, an der ja alles schlecht war, eingeführt wurden. Natürlich könnten auch die Grünen zur Wahrung ihrer politischen Glaubwürdigkeit endlich für die Abschaffung all jener Recycling-Maßnahmen plädieren, die ihren Ursprung im Dritten Reich haben. All diese absurden Gedankengänge erschienen nämlich in Anbetracht der zustimmenden Haltung von SPD und Grünen zur Vorgehensweise des NDR gegenüber Frau Herman nur konsequent.

Langsam sollten auch der NDR-Programmdirektor sowie die Parteien SPD und Grüne begreifen, daß 62 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die deutsche Schuldneurose ein Ende haben muß und man endlich zur objektiven und nüchternen Auseinandersetzung mit der Zeit des Dritten Reiches übergehen sollte, wozu auch das Eingeständnis gehört, daß hieran nicht alles schlecht war. Andernfalls kann man wohl mit Fug und Recht von einer akuten Bedrohung der Meinungsfreiheit in der BRD sprechen.

(Der Name des Autors ist der Redaktion bekannt.)

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