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26.11.2009

Lesezeit: etwa 1 Minute

Frankenwaldgymnasium möchte „ Schule mit Courage„ werden

Lange hat Kronach darauf gewartet, nun ist es endlich soweit. Nachdem der Kreisjugendring allerlei bunte Bündnisse geschmiedet und die SPD ganze Arbeitskreise gegen Rechts ins Leben gerufen hat, dürfen jetzt auch die Kronacher Schulen nicht länger zurückstehen: Das Frankenwaldgymnasium möchte laut Presseberichten schleunigst "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" werden. Als Katalysator dürfte hier eine kürzlich mit großem Medienecho in der Stadt durchgeführte CD-Verteilaktion der NPD gewirkt haben.

Mindestens 70 Prozent der Pennäler müssen mitmachen, damit ihre Schule künftig das Qualitätssiegel schlechthin für politisch korrekt ausgerichtete Bildungseinrichtungen tragen darf, welches vom steuerfinanzierten Multikulti-Verein Aktion Courage e.V. seit dem Jahr 1995 verliehen wird. Klassenweise Vorführungen von "Schindlers Liste" oder der obligatorische Ausflug in das nächstgelegene Konzentrationslager reichen jedoch längst nicht mehr aus, will eine Schule die höheren gutmenschlichen Weihen empfangen. Die Schüler müssen selbst aktiv werden, mindestens ein eigenes Projekt pro Jahr durchführen und einen prominenten Unterstützer finden.

Im vorliegenden Falle böte sich eventuell Frau Charlotte Knobloch als Patin an, ihres Zeichens Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, auf deren Einzug im "tiefbraunen" Kronach ja auch die hiesigen Synagogen-Freunde schon lange sehnsüchtig warten.

Gegen Rassismus und Diskriminierung will sich "Schule mit Courage" angeblich einsetzen, hat dabei aber selbst im Blick, mögliche Abweichler von der vorgegebenen politischen Einheitsmeinung auszumachen, die eben doch nicht so gerne für noch mehr Praxisunterricht in Schuldkult und Inländerfeindlichkeit unterschreiben wollen. Es hat in Wahrheit überhaupt nichts mit Courage zu tun, sich lediglich dem herrschenden Zeitgeist anzupassen. Im Gegenteil! Von daher zeigt nur derjenige heute noch wirklich Mut und Courage, der hinterfragt, kritisch bleibt und sich weder von linken Pädagogen noch von irgendwelchen Nachwuchsantifaschisten seine eigene Meinung nehmen läßt - sei sie politisch vielleicht auch noch so unkorrekt.

Warten wir ab, was aus dem ehrgeizigen Vorhaben am Frankenwaldgymnasium wird. Nach allen Luftnummern und Eintagsfliegen im ehrenwerten Kronacher "Kampf gegen Rechts" würde sowas wie ein langfristiger Erfolg in der Tat überraschen.

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