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26.11.2009

Lesezeit: etwa 2 Minuten

Oliver Jauernig präsentiert: „ Rechtsextremismus in Oberfranken„

Am Dienstag, den 17. November 2009 führt die Lichtenfelser SPD eine abendliche Informationsveranstaltung zum Thema "Rechtsextremismus in Oberfranken" in den Räumen der ehemaligen Synagoge in Altenkunstadt durch. Als Referent tritt der Juso-Bezirksvorsitzende und selbsternannte Rechtsextremismus-Experte Oliver Jauernig aus Naila auf.

In seinem etwa eineinhalbstündigen Vortrag spricht Jauernig, der zur politisch korrekten Erziehung der Jugend laut eigener Aussage gerne auch an Schulen und in Vereine eingeladen wird, zunächst allgemein über das "Problem Rechtsextremismus": "rechtsextreme" Inhalte, wie man "Rechtsextreme" erkennen könne, welche Erscheinungsformen es gäbe. Anschließend widmet er sich dem "Rechtsextremismus" vor Ort, also im Raum Oberfranken.

Jauernig präsentiert dem Publikum eine von ihm selbst erstellte Chronik aller "rechtsextremen" Aktivitäten in Oberfranken des Jahres 2007. Seine Informationen gewinnt er hierbei überwiegend aus simplen Internetrecherchen.

Sehr ausführlich werden von Jauernig die Aktivitäten des Kameradschaftsbundes Hochfranken in den Landkreisen Hof und Wunsiedel behandelt. Der Referent gibt u.a. zu, sich vor zwei Jahren unter einem Phantasienamen heldenhaft Zugang zum E-Mail-Verteiler des Kameradschaftsbundes verschafft zu haben. Aus seiner Feder dürfte daher auch ein zu dieser Zeit auf dem linksextremen Internetportal Indymedia veröffentlichter und mit Insiderinformationen gespickter entsprechender Bericht stammen.

In Kronach sei die "Patriotische Runde AUF GUT DEUTSCH" vertreten, so Jauernig, momentan aber inaktiv. Wie das in Coburg ansässige Verlagshaus "Nation Europa" habe sich auch die mit dem Verlag verbundene Coburger Runde zuletzt in Richtung der NPD bewegt. Jauernig berichtet von kürzlichen Protest-Aktionen gegen den Verlag und zeigt einen angeblichen Drohbrief, den eine Demonstrantin im Nachhinein von "Rechtsextremen" erhalten hätte.

In Gräfenberg (Lkr. Forchheim) hätten bis vor kurzer Zeit regelmäßig "rechtsextreme" Demonstrationen stattgefunden. Am Rande erwähnt Jauernig "rechtsextreme" Aktivitäten in Bayreuth und Bamberg. In der Vergangenheit hätten zwar entsprechende Kongresse oder Parteitage stattgefunden, gefestigte Strukturen vor Ort gäbe es jedoch angeblich nicht.

Insgesamt hätten in den Jahren 2008 und 2009 "rechtsextreme" Aktivitäten in Oberfranken um etwa die Hälfte nachgelassen, so Jauernigs Milchmädchenrechnung.

Bei der anschließenden halbstündigen Diskussion zeigt sich ein Teilnehmer zutiefst erfreut darüber, daß "Rechtsextremen" in der Lokalpresse kein Forum geboten würde. Ein Gast aber beschwert sich, daß andererseits offene Internetforen hiesiger Tageszeitungen zunehmend von "rechtsextremen" Kommentatoren für Propaganadazwecke genutzt würden. Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit! Eine gewisse Hilflosigkeit gegenüber "rechtsextremen" Argumenten beklagt ein Diskussionsteilnehmer aus Gärtenroth, der nebenbei einen in seinem Ort wohnenden NPD-Kandidaten menschlich eigentlich ganz in Ordnung findet. Ein Gast interessiert sich für das "rechtsextreme" Personenpotenzial in Oberfranken. Der selbsternannte Experte Jauernig kann hierzu jedoch keinerlei Angaben machen. Oder will er vielleicht nicht?

Die Veranstaltung wird kurz vor 21.00 Uhr für offiziell beendet erklärt.

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